Bäuerinnen setzen auf Partnerschaft

900 Bäuerinnen aus ganz Österreich, darunter 60 aus Kärnten, waren beim Bundesbäuerinnentag in Alpbach mit dabei, als die „Charta für eine partnerschaftliche Interessenvertretung“ unterschrieben wurde.
bubä_2 Landesbäuerin Sternig und LKPräsident
Mößler bei der Unterzeichnung
der Charta. © BMLFUW/Strasser
bubä_2 Landesbäuerin Sternig und LKPräsident Mößler bei der Unterzeichnung der Charta. © BMLFUW/Strasser
Eine Charta ist eine Selbstverpflichtung, die die unterschreibenden Partner miteinander verbindlich einhalten. Die Präsidenten aller Landwirtschaftskammern Österreichs und alle Landesbäuerinnen haben diese Charta für eine partnerschaftliche Interessenvertretung unterschrieben. Unter anderem wird damit eine mindestens 30%ige Frauenquote in allen Gremien vereinbart. Weiters geht es darum, alle Ressourcen gleichwertig zu verteilen und Netzwerke zur Stärkung von Frauenpositionen zu forcieren.

Schwarzmann wiedergewählt

Alle vier Jahre wird die Bundesbäuerin neu gewählt. Im Rahmen des Bundesbäuerinnentags 2017 haben die neun Landesbäuerinnen die amtierende Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann aus Vorarlberg einstimmig wiedergewählt. Der Präsident der LK Österreich, Hermann Schultes, brachte zum Ausdruck, dass Frauen in der ersten Reihe sehr willkommen seien. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter sprach von der Zukunft, die eindeutig weiblich sei. Gerade im ländlichen Raum sei man gefordert, für die Frauen attraktive Lebensräume und Infrastrukturen zu schaffen, damit sie nicht so massiv abwandern, wie es derzeit geschieht.

Elisabeth Köstinger, EU-Abgeordnete, und Theresia Maier, Obfrau der SVB, ermutigten die Frauen, selbst für ihre Interessen einzutreten, so dass ein partnerschaftlicher Weg überhaupt möglich werde. Die Bäuerinnenstudie 2016 belegte klar, dass der partnerschaftliche Weg auf den Höfen schon längst selbstverständlich ist und nur die einzelnen agrarischen Gremien noch nachhinken. Frauen wie Männer müssen ihren Beitrag leisten, um diesen gemeinsamen Weg gehen zu können.

Professionelle Vertretungsarbeit

„Professionelle Vertretungs­arbeit im bäuerlichen Raum“ heißt der Zertifikatslehrgang, kurz „ZAM-Lehrgang“ genannt, der im Rahmen des Bundesbäuerinnentags mit der Zertifikatsverleihung offiziell abgeschlossen wurde. Insgesamt wurden 64 Zertifikate verliehen, gleich 22 davon bekamen Kärntner Absolventinnen. Bei der Anreise wurde übrigens der Obsthof Webhofer in Lienz besichtigt, wo die Teilnehmerinnen viel über den Erwerbsobstbau erfuhren und einen umgebauten Stadl als Seminar- und Veranstaltungsraum bewundern konnten.

ZAM-Absolventinnen 2016/17

  • Astrid Brunner, Krumpendorf
  • Veronika Egger, Spittal
  • Griseldis Felsberger, Guttaring
  • Isabell Köffler, Villach
  • Dipl. Päd. Anna Kohlmayer, Radenthein
  • Annelies Krall, Trebesing
  • Christiane Monsberger, Lavamünd
  • Priska Moritsch, St. Stefan/Gail
  • Stefanie Ofner, Afritz
  • MMag. Silke Perdacher-Kleber, Schiefling
  • Tamara Penker, Kolbnitz
  • Andrea Pirker, Berg/Drautal
  • Sandra Pleschgatternig, Penk
  • Petra Pobaschnig, Kappel/Krappfeld