Bäuerinnen-Aktionstage: Ernährungsbildung in den Schulen aus erster Hand

Unter dem Motto "Das isst Österreich" über regionale Lebensmittelerzeugung lernen.
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Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann (c)_MEDIArt_Andreas Uher © Archiv
Jedes Jahr finden rund um den Welternährungstag (16. Oktober) bundesweit auch die Aktionstagstage der österreichischen Bäuerinnen statt. An diesen Tagen werden die ersten Volksschulklassen besucht, um den Kindern eine moderne Landwirtschaft und die regionale Lebensmittelerzeugung zu vermitteln. Seit dem Jahr 2015 wurden auf diese Weise rund 189.000 Schülerinnen und Schüler persönlich über gesunde und wertvolle Lebensmittel sowie deren Herkunft informiert. Dieser Schwerpunkt findet heuer coronabedingt in kleinerer Form ab Montag den 12. Oktober 2020 in fast allen Bundesländern statt und steht unter dem Motto "Das isst Österreich".

"Um den seit vielen Jahren aufgebauten Kontakt zu den ortsansässigen Volksschulen, zu den Kindern und Eltern zu pflegen und die Möglichkeit, an der Ernährungsbildung der Kinder und künftigen Konsumentinnen und Konsumenten mitzuwirken, gehen Österreichs Bäuerinnen an die Schulen. Wir erläutern den Kindern die Natur- und Lebenskreisläufe, die Produktionsweisen und Qualitätskriterien und bilden damit die Basis für ein gesundes Erwachsenenleben. Das ist uns auch in der aktuell herausfordernden Zeit der Pandemie ein großes Bedürfnis", bekräftigt Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann zum Auftakt der diesjährigen Aktionstage.

Der neue Wert von Lebensmitteln

Der Lockdown im Frühjahr hat gezeigt, dass Regionalität und Lebensmittelherkunft wichtige Themen sind. Für viele Familien ist die Küche wieder zum sozialen Mittelpunkt geworden. Sie haben entdeckt, dass selber kochen, Wissen um die Lebensmittel sowie der achtsame und nachhaltige Umgang mit Nahrungsmitteln ganz essenzielle Alltagskompetenzen sind. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung hat stark an Bedeutung gewonnen, wie auch die große Nachfrage nach Kochbüchern, Rezepten und Ratgebern belegt. Dem Genuss wird nun allgemein mehr Beachtung geschenkt. Dabei stellen sich aber immer noch essenzielle Fragen, woran heimische Lebensmittel im übergroßen Angebot der Supermärkte erkennbar sind oder wie die Arbeit einer Bäuerin denn genau aussieht? Bei den Aktionstagen in den ersten Volksschulkassen führen die Bäuerinnen den Kindern die moderne, österreichische Landwirtschaft auf einfache und sympathische Art vor Augen. Sie vermitteln ihnen den Weg der Lebensmittel vom Feld bis zum Teller, wie viele Arbeitsschritte es für ein fertiges Produkt braucht und woran man Lebensmittelqualität erkennt. "Sie machen ihnen die bäuerliche Arbeit durch Anfassen & Verkosten be-'greifbar'", so Schwarzmann. "Die Kleinen sollen Freude und Spaß daran haben, sich mit Lebensmitteln und der Herkunft des Essens zu befassen." Im Mittelpunkt steht heuer das Thema "Von Kartoffeln, Erdäpfeln und Grundbirnen" - ein wichtiges Grundnahrungsmittel, von dem 2019 mehr als 750.000 Tonnen im Inland erzeugt wurden und das eine Vielfalt an Sorten und Verwertungsmöglichkeiten bietet.

Auch unter den Schuldirektoren sowie den Pädagoginnen und Pädagogen wächst das Interesse am jährlichen Bäuerinnen-Aktionstag in den Volksschulen, weil sie überzeugt sind, dass die gesunde Ernährung eine zentrale Rolle im Leben spielt und die Basis dafür im frühen Kindesalter gelegt wird. Im Hinblick darauf, dass die Digitalisierung mittlerweile alle unsere Lebensbereiche durchdrungen hat und im Jahr 2025 bereits mehr als 50% der Österreicherinnen und Österreicher "Digital Natives" sein werden, trägt die Ernährungsbildung in den Schulen auch zur Erdung der Kinder, zur Besinnung auf das Ursprüngliche und Wesentliche bei.
Service und Info: Die Websites www.esserwissen.at und www.regionale-rezepte.at stärken die Kompetenzen für eine bewusste und nachhaltige Ernährungsweise und stellen Interessierten "lebens(mittel)wichtiges" Wissen zur Verfügung.

"Schule am Bauernhof“ findet direkt auf den Höfen in der Region statt. Hier erfolgt die Terminvereinbarung direkt mit Bäuerinnen und Bauern. Österreichs Seminarbäuerinnen kommen auch das ganze Jahr über gerne in Schulen und Kindergärten und zeigen den Weg der Lebensmittel vom Feld bis auf den Teller auf. Nähere Infos dazu erhalten Sie unter https://www.landwirtschaftundschule.at/.