Andrea Wagner übernimmt Vorsitz des LKÖ-Bio-Ausschusses

Seit März ist sie Vizepräsidentin der LK Niederösterreich sowie neue Bio-Ausschuss-Vorsitzende der LK Österreich.
Andrea Wagner  Vizepräsidentin der LK NÖ und Vorsitzende des Bio-Ausschusses der LKÖ  Landwirte brauchen praktikable Lösungen und die notwendige Zeit  um neue Regeln umzusetzen.“ © Wagner
Andrea Wagner, Vizepräsidentin der LK NÖ und Vorsitzende des Bio-Ausschusses der LKÖ "Landwirte brauchen praktikable Lösungen und die notwendige Zeit, um neue Regeln umzusetzen.“ © Wagner
Wagner sieht es als große Verantwortung, für die Bäuerinnen und Bauern tätig zu sein. Aufbauend auf dem Zukunftsplan der LK Niederösterreich ist es ihr wichtig, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den heimischen Betrieben Perspektiven und damit unserer Landwirtschaft eine positive Zukunft geben. “Für mich ist klar, die Bäuerinnen und Bauern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Interessenvertretung die Herausforderungen mit Verantwortung und Zuversicht anpackt und mit aller Kraft für ihre Anliegen einsteht“, betont Wagner. “Es ist unsere gemeinsame Aufgabe und Verantwortung, unseren Bäuerinnen und Bauern den Rücken zu stärken, Perspektiven zu schaffen, dafür zu kämpfen, dass es klare Rahmenbedingungen für die Zukunft gibt, und dort unter die Arme zu greifen, wo Unterstützung benötigt wird“, so Wagner weiter.

Genauso wichtig ist es ihr, dass Bäuerinnen entsprechende Rollen in verschiedenen Organisationen und Gremien einnehmen und bei wichtigen Entscheidungen der Land- und Forstwirtschaft mitreden. “Meiner Meinung nach braucht es Frauen und Männer, um die Zukunft unserer bäuerlichen Familienbetriebe zu gestalten“, so Wagner.

Eine der größten derzeitigen Herausforderungen im Bio-Bereich liegt in der Umsetzung der neuen Bestimmungen der EU-Bio-Verordnung bzw. in der Kurzfristigkeit der Umsetzung. Nach einem Audit der EU-Kommission sind verschiedene Ausnahmeregelungen nicht mehr möglich, vor allem was die Weideverpflichtung betrifft. Für eine Reihe von Betrieben sind die Weidevorgaben aufgrund äußerer Umstände wie etwa keine bzw. kaum Weideflächen in Hofnähe, keine zusammenhängende Fläche, die eine sinnvolle Beweidung zulässt, stark frequentierte Straßen oder Bahnübergänge nicht möglich. Das verunsichert viele Betriebe. “Die Bio-Bäuerinnen und -Bauern sind sehr bemüht, die Vorgaben ordnungsgemäß und so rasch wie möglich umzusetzen. Es braucht aber Rechtssicherheit und praktikable Lösungen. Das heißt, die Landwirte brauchen die notwendige Zeit, sich auf die neuen Regeln gründlich vorbereiten zu können“, erklärt Wagner. Wichtig wäre daher eine Weiterführung der Weideregelung 2020 für die Übergangsjahre 2021 und 2022 bis zum Beginn der neuen GAP-Förderperiode und die Verschiebung des Inkrafttretens der neuen Bio-Verordnung von 2021 auf 2023.

Zur Person

Andrea Wagner, seit März Vizepräsidentin der LK NÖ und neue Bio-Ausschuss.Vorsitzende der Landwirtschaftskammer Österreich, ist Bäuerin im Waldviertel. Gemeinsam mit ihrem Mann und Sohn führt sie einen Milchviehbetrieb in Pehendorf bei Rapottenstein.